Beide heißen Pergola, beide schützen vor Regen. Welche zu Ihrer Terrasse passt, klären wir hier.
Ursprünglich war eine Pergola ein offenes Rankgerüst: Pfosten, Querbalken, darüber Pflanzen. Schatten ja, Regenschutz nein.
Wer heute nach einer Pergola sucht, meint fast immer etwas anderes — eine feste, im Boden verankerte Konstruktion aus Aluminium mit einem Dach, das sich öffnen und schließen lässt. Der Begriff hat sich verschoben, die Erwartung ist eine andere geworden.
Deshalb führt die Suche zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen, vom Bausatz aus dem Baumarkt bis zur Anlage vom Fachbetrieb. Diese Seite ordnet das ein und zeigt, welche Bauart zu welchem Vorhaben passt.
| Klassische Pergola | Pergolamarkise | Lamellendach | |
|---|---|---|---|
| Dach | offenes Balkengerüst | Tuch, raffbar | drehbare Alu-Lamellen |
| Schutz vor Sonne | teilweise | ja | ja, stufenlos regelbar |
| Schutz vor Regen | nein | ja, bei ausgefahrenem Tuch | ja, bei geschlossenen Lamellen |
| Lüften trotz Regenschutz | — | nein | ja, Lamellen leicht öffnen |
| Freier Blick nach oben | ja | ja, Tuch eingefahren | je nach Modell |
| Ganzjährig nutzbar | nein | eingeschränkt | ja, mit Seitenelementen |


Links eine Pergolamarkise mit Tuchdach, rechts ein Lamellendach mit drehbaren Aluminiumlamellen. Beide Anlagen stammen von Gibus, die wir als Fachbetrieb planen und montieren.
Wir bauen die beiden rechten Bauarten. Welche Modelle das konkret sind, mit Maßen, Ausführungen und Preisbeispielen, sehen Sie auf den Produktseiten: Lamellendächer und Pergolamarkisen.
Das Dach besteht aus drehbaren Aluminium-Lamellen. Je nach Modell lassen sie sich um bis zu 120 Grad drehen, bei manchen zusätzlich vollständig zur Seite fahren.
Geschlossen ist das Dach dicht. Dichtungen zwischen den Lamellen und eine umlaufende Dichtung am Rahmen führen das Wasser in eine integrierte Rinne, von dort läuft es durch die Pfosten ab. Leicht geöffnet entsteht ein Kamineffekt: Warme Luft steigt zwischen den Lamellen ab, die Fläche bleibt beschattet und kühlt trotzdem.

Diese Kombination ist der eigentliche Unterschied zu jedem starren Dach. Ein Glasdach schützt vor Regen, staut aber Wärme. Eine Markise beschattet, muss bei Wind aber eingefahren werden. Ein Lamellendach lässt Sie zwischen beidem wechseln, ohne die Konstruktion zu verändern.
Wer nach einem Testsieger sucht, findet keinen: Die Stiftung Warentest hat Lamellendächer bislang nicht geprüft. Was als „Vergleich“ auftritt, sind meist Affiliate-Listen. Verlassen Sie sich stattdessen auf drei Kennwerte, die Sie bei jedem Angebot erfragen können — und die im Einstiegssegment fast nie genannt werden.
Sie sagt, bis zu welcher Windstärke die Anlage ausgefahren bleiben darf. Übersetzt in etwas Greifbares:
| Klasse | Windstärke | Geschwindigkeit |
|---|---|---|
| 3 | Bft 6 | 39–49 km/h |
| 4 | Bft 7 | 50–61 km/h |
| 5 | Bft 8 | 62–74 km/h |
| 6 | Bft 9 und darüber | ab 75 km/h |
Wichtig: Die Klasse ist ein Mindestwert und gilt für die Anlage ohne Zubehör. Fragen Sie nach, ob sie mit oder ohne Seitenelemente gilt.
Hier wird oft ungenau gearbeitet. Die zulässige Last sinkt deutlich mit der Fläche — eine Konstruktion, die bei 2,5 × 2,5 Metern viel trägt, trägt bei 6 × 6 Metern nur einen Bruchteil davon. Eine pauschale Zahl ohne Größenbezug sagt deshalb wenig aus.
Hochwertige Systeme sind auf bis zu 300 kg/m² ausgelegt. Die Region Euskirchen und Mechernich liegt in Schneelastzone 2, das ist damit abgedeckt. Verlangen Sie die Angabe aber für Ihre konkrete Größe, nicht als Katalogwert.
Der unterschätzte Wert. Im Markt finden sich bei nahezu identischer Pfostenoptik Wandstärken von 0,8 bis 2,0 Millimetern. Zwei Anlagen, die auf dem Foto gleich aussehen, unterscheiden sich in der tragenden Substanz um mehr als das Doppelte. Viele Anbieter nennen diesen Wert gar nicht — schon die Frage danach sortiert Angebote.
Beides heißt Pergola, es sind aber zwei verschiedene Produktkategorien. Für ein Format von 3 × 4 Metern liegen Baumarkt- und Onlineangebote je nach Ausführung etwa zwischen 800 und 3.400 Euro. Eine Anlage vom Fachbetrieb liegt um ein Vielfaches darüber. Der Unterschied liegt nicht im Aussehen.

Bei einer bemessenen Anlage rechnet der Hersteller die Struktur für die konkrete Größe durch. Im Einstiegssegment wird die Last dagegen häufig über Bedienhinweise abgefangen: Lamellen bei Schnee öffnen, Dach freiräumen, bei Sturm sichern. Das steht so in den Anleitungen. Der Unterschied ist also nicht in erster Linie „stabiler“, sondern die Frage, wer für die Last verantwortlich ist — die Konstruktion oder Sie.
Bemerkenswert ist, dass mehrere große Anbieter den Regenschutz in ihren eigenen Produkttexten einschränken. Formulierungen wie „bei starkem Regen ist Wassereintritt möglich“ oder „Sonnenschutz, kein vollständiger Regenschutz“ stehen dort im Datenblatt. Das ist keine Kritik von uns, sondern die Angabe des Herstellers — und ein sehr brauchbares Prüfkriterium.
Wir haben rund zwanzig Angebote aus dem Baumarkt- und Onlinesegment durchgesehen. Keines nennt eine Windwiderstandsklasse nach EN 13561, eine standortbezogene Schnee- und Windlast oder ein bemessenes Fundament. Wo Werte auftauchen, stehen sie pauschal für alle Größen.
Im Einstiegssegment ist Selbstmontage die Regel, Fundamentangaben sind Empfehlungen, und die Garantie beschränkt sich meist auf die gesetzliche Gewährleistung. Beim Fachbetrieb kommen Aufmaß vor Ort, ein auf den Untergrund bemessenes Fundament, Montage durch das eigene Team und eine Herstellergarantie dazu.
Für einen frei stehenden Sonnenplatz im Garten, den Sie im Herbst wieder abbauen, kann ein Baumarktprodukt genau richtig sein. Für eine Terrasse, die zehn Jahre lang bei jedem Wetter nutzbar sein soll, ist es die falsche Kategorie.
Preis für meine Pergola anfragen
Wer die Nachteile sucht, bekommt sie hier. Sieben Punkte, die Sie vor der Entscheidung kennen sollten:
Der Preis. Ein Lamellendach kostet ein Vielfaches einer Markise. Wenn Sie im Kern Sonnenschutz für den Sommer brauchen, ist es überdimensioniert. Dann ist eine Pergolamarkise die ehrlichere Empfehlung.
Stromanschluss. Motorisierte Systeme brauchen Strom am Aufstellort. Das ist planbar, aber kein Detail, das man übersehen sollte.
Regengeräusch. Regen auf Aluminium ist hörbar, bei einem Wolkenbruch deutlich. Eine Lamellendämmung reduziert das erheblich, kostet aber extra.
Wartung. Motoren, Dichtungen und Sensoren sind bewegliche Teile. Einmal jährlich prüfen lassen ist sinnvoll, Rinnen und Lamellenzwischenräume wollen frei von Laub bleiben. Ein Tuchdach ist in dieser Hinsicht anspruchsloser.
Standort unter Bäumen. Laub und Baumharz sind der unangenehmste Fall, besonders bei Systemen mit wegfahrbaren Lamellen. Unter Nadelbäumen raten wir eher ab.
Bauliche Anforderungen. Die Konstruktion braucht einen tragfähigen Untergrund. Eine vorhandene Terrassenplatte reicht nicht immer, das prüfen wir beim Aufmaß.
Grenzen bei Extremwetter. Bei Starkregen mit gleichzeitigem Sturm kann auch ein dichtes System an seine Grenzen kommen. Für Schneelast bei Wind sind die Anlagen nicht ausgelegt — deshalb gibt es Sensorik, die die Lamellen rechtzeitig senkrecht stellt.
Damit das Bild vollständig ist, die Gegenseite derselben Punkte.
Ein Windsensor stellt die Lamellen bei Überschreiten eines Schwellwerts automatisch schräg und schließt erst wieder, wenn der Wind nachlässt. Ein Schneesensor stellt sie bei Feuchtigkeit unter zwei Grad senkrecht, bevor sich etwas ablagern kann. Ein beheizter Regensensor verhindert, dass Eis als Regen fehlgedeutet wird. Die Anlage reagiert also auch dann, wenn Sie nicht zu Hause sind.
Für schneereiche Lagen gibt es bei einzelnen Gibus-Modellen ein Heizsystem in der Lamellenoberseite, das Schneebildung verhindert und ein geschlossenes Dach auch bei Schneefall erlaubt.
Die Lamellendämmung senkt die Schallenergie bei Regen um rund 70 Prozent. Und die Systeme, die wir verbauen, kommen mit fünf Jahren Herstellergarantie.

3 × 4 Meter ist das meistgesuchte Format, und es ist gut gewählt. Für einen Esstisch mit sechs Personen und Bewegungsfreiheit ringsum reichen 3 × 4 Meter aus. Für eine Sitzgruppe mit Sofa und Beistelltischen sollten Sie eher mit 4 × 4 rechnen.
Ein praktischer Nebeneffekt der Größe: 3 × 4 Meter ergeben 12 Quadratmeter. In Nordrhein-Westfalen sind Terrassenüberdachungen an Wohngebäuden bis 30 Quadratmeter Fläche und 4,50 Meter Tiefe nach § 62 der Bauordnung verfahrensfrei. Abstandsflächen und der örtliche Bebauungsplan gelten trotzdem, und für gewerbliche Vorhaben gelten andere Regeln. Wir prüfen das beim Aufmaß mit.
Gefertigt wird nach Maß, Sie sind also nicht an Standardformate gebunden. Orientieren Sie sich an der tatsächlich genutzten Fläche, nicht an der Terrassengröße — der Streifen direkt an der Hauswand wird oft weniger genutzt als gedacht.
Ein Dach allein macht die Fläche noch nicht ganzjährig nutzbar. Zwei Ergänzungen bringen den entscheidenden Unterschied, beide auch später nachrüstbar.

Zip-Screens sind seitliche Senkrechtmarkisen, deren Tuch in Reißverschlussführungen läuft und dadurch windstabil bleibt. Je nach System sind Elemente bis etwa sieben Meter Breite möglich. Die Tücher gibt es verdunkelnd, beschattend, transparent oder als Insektengitter. Bei einigen Modellen verschwindet die Kassette vollständig im Profil.
Glasschiebewände aus 10 oder 12 Millimeter Einscheibensicherheitsglas lassen sich bis zu zehn Flügel weit öffnen und im Sommer komplett zur Seite schieben. Sie dämmen Geräusche spürbar und machen aus der überdachten Terrasse einen windgeschützten Raum.
Dazu kommen LED-Beleuchtung in den Lamellen oder in der Rinne, Infrarot-Heizstrahler und die Steuerung per Fernbedienung oder App.
Wir bauen ausschließlich in Aluminium. Es ist witterungsbeständig, wartungsarm, tragfähig bei geringem Eigengewicht und lässt sich pulverbeschichten. Auf die Wandstärke kommt es dabei an, nicht auf die Optik des Profils.
Stahl findet sich häufig im Einstiegssegment, meist verzinkt. Tragfähig ist er, aber schwerer und an Schnittkanten korrosionsanfälliger.
Holz ist als klassische Pergola schön und passt in manche Gärten besser. Für ein bewegliches, wasserdichtes Dach ist es das falsche Material, und wir bauen es nicht. Wenn Sie eine Holzkonstruktion suchen, sind Sie bei uns nicht richtig — das sagen wir lieber vorher als nach dem Aufmaß.
Für Lamellendächer und Pergolamarkisen arbeiten wir mit Gibus, einem italienischen Hersteller, der auf bioklimatische Pergolen spezialisiert ist. Die Baureihen unterscheiden sich vor allem darin, wie sich das Dach bewegt:
| Baureihe | Dach | Wofür sie gedacht ist |
|---|---|---|
| Velvet und Velvet Plus | drehbare Lamellen | der Klassiker für Terrassen am Haus |
| Varia und Twist | drehbare Lamellen, teils wegfahrbar | wenn der freie Blick nach oben wichtig ist |
| Sway | drehbare Lamellen | große Flächen und freistehende Anlagen |
| Joy und Movie | drehbare Lamellen | gestalterisch reduzierte Bauformen |
| Quadra, Jeans und Azimut | Tuchdach | Pergolamarkisen, auch geneigt und über Eck |

Welche Baureihe zu Ihnen passt, hängt an Grundriss, Ausrichtung und daran, wie Sie die Fläche nutzen wollen. In unserer Ausstellung in Mechernich-Kommern sehen Sie mehrere Systeme in Betrieb.
Eine belastbare Zahl lässt sich seriös erst nach dem Aufmaß nennen, weil Fläche, Bauform, Untergrund und Ausstattung den Preis bestimmen. Was sich sagen lässt: Eine Anlage vom Fachbetrieb liegt deutlich über dem Baumarktsegment, in einer Größenordnung, die eine Investition ist und keine Anschaffung.
Dafür enthalten sind Aufmaß vor Ort, Planung, ein auf den Untergrund bemessenes Fundament, Fertigung nach Maß, Montage durch unser eigenes Team, Elektroanschluss, Einweisung und Herstellergarantie.
Preistreiber sind in dieser Reihenfolge: die überspannte Fläche, die Bauform, Seitenelemente, Beleuchtung und Heizung sowie die Steuerung. Konkrete Preisbeispiele nach Modell finden Sie auf der Seite zu den Lamellendächern.
Bei geschlossenen Lamellen ja. Dichtungen zwischen den Lamellen und am Rahmen führen das Wasser in eine Rinne und über die Pfosten ab. Bei Starkregen mit gleichzeitigem Sturm kann jedes System an Grenzen kommen.
Die Lamellen werden senkrecht gestellt, dann kann sich nichts ablagern. Ein Schneesensor übernimmt das automatisch. Für Schneelast bei gleichzeitigem Wind sind die Konstruktionen nicht ausgelegt.
Bei motorisierten Anlagen mit Windsensor nicht. Ohne Sensorik müssen Sie selbst reagieren — und das nutzt Ihnen nur, wenn Sie zu Hause sind.
In NRW sind Terrassenüberdachungen an Wohngebäuden bis 30 Quadratmeter und 4,50 Meter Tiefe verfahrensfrei. Abstandsflächen und Bebauungsplan gelten trotzdem, gewerbliche Vorhaben werden anders bewertet. Wir prüfen das im Aufmaß.
Ein Standardsystem steht in ein bis zwei Tagen. Mit Glasschiebewänden, Zip-Screens oder elektrischer Ausstattung entsprechend länger.
Ja. Zip-Screens, Glasschiebewände, Beleuchtung und Heizung lassen sich nachrüsten. Der modulare Aufbau ist genau dafür gedacht.
Beides ist möglich. Angebaut ist konstruktiv einfacher und meist günstiger, freistehend gibt Ihnen die freie Wahl des Standorts. Was passt, hängt vom Grundriss und vom Sonnenverlauf ab.
Faustregel: Wollen Sie die Fläche auch bei Regen und im Übergang nutzen, ist das Lamellendach richtig. Geht es um Sonnenschutz im Sommer bei kleinerem Budget, ist die Pergolamarkise die passende Wahl.
Wir planen und montieren von Bad Münstereifel aus, mit eigenem Montageteam und einem Ansprechpartner vom Aufmaß bis zur Einweisung. In unserer Ausstellung in Mechernich-Kommern sehen Sie die Systeme in Betrieb, statt sie sich vorstellen zu müssen.
Schreiben Sie uns kurz, worum es geht: welche Fläche, angebaut oder freistehend, und wofür Sie den Bereich nutzen wollen. Sie bekommen eine Einschätzung, kostenlos und unverbindlich.